PDD Neuropathische Drüsenmagendilatation
PDD / Neuropathische Drüsenmagendilatation der Papageien
Die Erkrankung hatte bereits verschiedene Namen und auch die derzeitige Bezeichnung beschreibt nur die Folgen, die offensichtlich erkennbar sind. Bei der so genannten PDD oder neuropathischen Drüsenmagendilatation der Papageien handelt es sich um eine Erkrankung unbekannter Ursache, die bei Papageien auftreten kann. Es handelt sich um eine Erkrankung des zentralen und peripheren Nervensystems. Bedingt durch die entstehende Muskelatrophie im Magen-Darm-Trakt kommt es zu einer Erweiterung des Drüsenmagens, die mit zunehmend schlechter werdender Verwertbarkeit der Nahrung und zur laufenden Verschlechterung des Allgemeinbefindens führt.
Auch bei Sittichen ist die PDD aufgetreten.
Besonders junge Tiere zwischen dem 3. bis 4. Lebensjahr, aber selbst nestjunge und auch alte Tiere können erkranken.
Generell scheint die Krankheit nicht besonders ansteckend zu sein, denn es kommt vor, dass bei einem festen Paar ein Partner erkrankt ist, wohingegen der andere Partner sich über Jahre hinweg nicht ansteckt. Die Gefahr einer Ansteckung ist aber gegeben und auch nicht zu unterschätzen.
Symptome und Krankheitsverlauf
Die Inkubationszeit kann von sehr langer Dauer sein und Monate bis Jahre betragen. Als häufige und typische Symptome treten Apathie und Abmagerung, unverdaute Körner im Kot, Erbrechen, Durchfall und Polyurie auf. ZNS-Symptome wie Zittern, Kopfschütteln, Lahmheiten oder Lähmungen können fehlen, aber auch die einzigen Anzeichen für die Erkrankung sein. In letzter Zeit scheint die ZNS-Symptomatik aber häufiger aufzutreten.
Alle genannten Symptome können sich langsam und allmählich entwickeln, aber auch ganz plötzlich und heftig auftreten.
Ohne Behandlungsversuch endet die Erkrankung nach einigen Wochen tödlich.
Die klinischen Manifestationen resultieren aus einer Entzündung der Nerven des Gastro-Intestinal-Trakts, des Gehirns, der Spinalganglien und der peripheren Nerven. Bedingt durch diese Nervenschädigung werden entsprechende Organe in ihrer Funktion z.T. erheblich beeinträchtigt. Beispielsweise können Körner im geschädigten Drüsenmagen nicht mehr aufgeschlossen und verwertet werden, so dass sie unverdaut wieder ausgeschieden werden und der Vogel zunehmend an Gewicht verliert. Nervenschädigungen können mehr oder weniger stark ausgeprägt sein.
Besonders typisch ist dabei der angeschoppte, hochgradig dilatierte und hauchdünne Drüsenmagen. Aber auch Kropf, Muskelmagen oder Darm können dilatiert und gestaut sein
Diagnose
Ein einzelnes Verfahren allein ist nicht aussagekräftig genug und kann allenfalls Hinweise geben oder einen Verdacht erhärten.
Die Tatsache, dass für derartige Symptome auch eine Vielzahl anderer Erkrankungen als die PDD in Frage kommen, erschwert die Diagnose.
Es sollte aber eine PDD immer in Betracht gezogen und abgeklärt werden.
Diagnostisch an erster Stelle steht bei einem PDD-verdächtigen Vogel das Röntgen, das dem Tierarzt einen guten Überblick über Aussehen, Größe und Lage der inneren Organe gewährt.
Auf dem Röntgenbild können bei einem erkrankten Vogel mitunter der stark dilatierte und infolgedessen nach links verlagerte Drüsenmagen, sowie evtl. ebenfalls erweiterte und aufgegaste Darmschlingen gesehen werden.
Eine Blutuntersuchung kann nach einer röntgenologisch gestellten Verdachtsdiagnose weitere Hinweise liefern, wenn sich im Blutserum Antikörper gegen das PM-Virus befinden, das man häufig bei erkrankten Vögeln finden konnte.
Neben der PDD kommen auch andere Krankheiten in Frage, die sich mit den gleichen Symptomen äußern.
Bakteriologisch, mykologisch oder viral bedingte Infektionen des Verdauungstraktes oder der Befall mit verschiedenen Parasiten können zu Apathie, Erbrechen, Durchfall und Kachexie führen und sich röntgenologisch ebenfalls ähnlich wie Befunde einer PDD darstellen. Es sollte zur Abklärung eine bakteriologisch-mykologische Untersuchung bzw. eine parasitologische Untersuchung durchgeführt werden wenn eine PDD nicht mit Sicherheit festgestellt wurde. Durch eine Schwermetallvergiftung kann die Motorik im Verdauungstrakt zum Erliegen kommen. Es können ZNS-Symptome und Erbrechen auftreten. Bei der Möglichkeit einer Schwermetallvergiftung sollte eine gezielte Blutuntersuchung durchgeführt werden.
Behandlung
Die PDD kann nicht geheilt werden.
Es ist aber möglich die Symptome zu lindern oder sogar zu beseitigen.
Zur Linderung der Symptome wird Celecoxib, ein COX-2-Hemmer, der die Bildung von Entzündungsmediatoren hemmt, eingesetzt.
Dieses Medikament wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. Die Erfolge sind unterschiedlich. Es ist schon gelungen Vögel in schlechtem Allgemeinzustand beschwerde- und symptomfrei zu bekommen. Jedoch ist dies selten und hängt mit von der Verträglichkeit der Behandlung ab. Zusätzlich ist auch eine Futterumstellung von Körnerfutter auf leicht verdauliches und vom Organismus besser zu verwertendes Pelletfutter erforderlich. Dazu sollte Obst, und Gemüse gereicht werden. Stress ist in jedem Fall zu vermeiden, da jeglicher Stress das Immunsystem schwächt und andere Infektionskrankheiten leichter Fuß fassen oder sich die Symptome verstärken können.
Vorsichtsmaßnahmen
In einen existierenden Papageienbestand sollten neue Vögel nur integriert werden, wenn diese zuvor anhand einer Blutprobe negativ auf PMV getestet wurden und die Quarantäne ohne Auffälligkeiten hinter sich gebracht haben. Auch handaufgezogene Jungvögel können Virusträger sein, da auch das Risiko der Eiübertragung gegeben ist.





