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Aspergilliose bei Ziervögeln

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Aspergillose bei Vögeln Schimmelpilzmykose

Unter dem Begriff Aspergillose werden vom Laien fast alle Mykosen, die das Atemsystem des Vogels betreffen, zusammengefasst! (Mykosen sind durch Pilze hervorgerufene Infektionskrankheiten) Außer dem Aspergillus fumigatus gibt es aber auch viele andere „Pilze“ in der Umgebung unserer Vögel, die krank machen können!

Ein paar Beispiele:
Trichophytenarten ebenso wie Hefen - Candida albicans lösen eine Dermatomykose aus, die sich auf Haut und Gefieder bis hin zum Federverlust auswirkt. Hautverdickungen, Rötungen, kleine weiße Mehlflecken, borkige Verkrustungen und Krusten um die Federfollikel können auf einen Pilzbefall hinweisen.

Die Infektion durch Candida albicans wird auch immer häufiger beobachtet, weshalb ich kurz darauf eingehe:

Zunehmend tritt sie bei Agaporniden und Graupapageien mit Besiedlung von Herz, Leber und dem ganzen Darm auf. Bei Wellensittichen und Ara maracana wird oft eine starke Veränderung des Vor- und Muskelmagens sowie des Kropfes beobachtet. Anämie, Apathie, eingesunkene Augen, Fressunlust, Abmagerung, Schleudern mit dem Kopf, verschmiertes Kopfgefieder, weißgraue schmierige Beläge auf geröteter Schleimhaut, Atembeschwerden sowie grüngrauer Durchfall können Symptome einer Candida – Infektion sein.

Bei Mykosen besteht die Gefahr in der Antibiotika-Behandlung. Antibiotika würden den Pilz unterstützen aber nicht bekämpfen! Es ist sinnvoll, eine evtl. notwendige Gabe von Antibiotika mit einem Antimykotikum zu kombinieren.

Die Aspergillose:

Die Aspergillose ist eine infektiöse, multifaktorelle Erkrankung die kaum kontaktiös (ansteckend) ist. Sie ist eine der häufigsten Todesursachen von Wohnungsvögeln! Die Infektion wird durch Pilze (meist Aspergillus spp. / Mucor spp. oder Penicilliam spp.) verursacht. Die Pilzsporen werden inhaliert, vermehren sich im Atmungstrakt sowie auf dessen Epitel (Deckgewebe). Im fortgeschrittenen Stadium können auch andere Organe (Leber, Milz, Nieren, Magen-Darmtrakt, und das ZN) befallen sein.

Die Infektion ist ein mulifaktorelles (mehrere Ursachen) Geschehen: Haltungs- und Fütterungsfehler haben bei dieser Erkrankung eine große Bedeutung!

Vor allem Vögel aus tropischen Klimazonen sind betroffen, was zum großen Teil an der zu geringen Luftfeuchtigkeit (LF) bei der hiesigen Haltung liegt. In ihrer Heimat liegt die LF weit über 80%, oft sogar über 90%, das ist in der Wohnung nicht zu erreichen! Durch zu geringe Luftfeuchtigkeit trocknet das Epitel (Deckgewebe) der Lunge und Luftsäcke aus, hierdurch ist die Widerstandskraft gegen Infektionen stark gemindert. Zudem kommt es bei zu geringem Luftaustausch zu einem Anstieg der Pilzsporen und anderer Keime in der Raumluft. Die Ernährung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Neben dem Risiko durch Nüsse (beim Aufknacken der Schalen werden die Pilzsporen eingeatmet) ist die Vitaminversorgung über das Körnerfutter meist nicht ausreichend.

Z.B. ein Mangel an Vitamin A kann zu einer verminderten Epitelisierung des Gewebes, der Schleimhäute und Drüsen führen, auch für das allgemeine Immunsystem ist Vit. A wichtig.

Vorsicht ! Auch eine Überversorgung mit Vit. A kann zu schweren Gesundheitsstörungen führen. Als weitere infektionsfördernde Ursache ist „Stress“ von großer Bedeutung!

(Stressauslöser sind z.B.: Transporte, Unverträglichkeit mit Partnervogel, falsche Unterbringung usw.) Stress mindert die allgemeine Widerstandskraft, wodurch eine Pilzinfektion begünstigt wird!

Antibakterielle Therapien (einseitige Antibiotikagabe) und immunsuppresive (Immunsystem unterdrückende) Medikamente fördern ebenfalls das Pilzwachstum!

Symptome:

Die ersten pathologisch-anatomischen Veränderungen treten sehr viel früher als die ersten klinischen Symptome auf. (der Vogel ist schon lange erkrankt bevor der Halter Anzeichen erkennen kann) Der Verlauf der Infektion ist akut – subakut oder chronisch.

Akuter Verlauf:

Anorexie (Abmagerung), Verlust der Stimme, Keuchende und schwere Atmung, aber auch plötzlicher Tod ohne vorangegangene Symptome.

Chronischer Verlauf:

Oft können lange Zeit keine Symptome beobachtet werden, bis nach Anstrengung eine auffällige Atmung (offener Schnabel evtl. mit ausgestreckten Flügeln, Schwanzwippen), Abmagerung und Müdigkeit festgestellt werden. Leber und Nieren werden häufig schon früh geschädigt, was sich röntgenologisch leicht an der gut darstellbaren Nierenschwellung zeigt. Otomykosen und Gehirnaspergillosen zeigen sich häufig durch Schwanken, Verlust des Gleichgewichtes, Spasmen, Bewegungsunfähigkeit, ein- oder beidseitige Lähmungen.

Diagnose:

Die vielen verschiedenen Symptome, die ein erkrankter Vogel zeigen kann, erlauben in der Regel keine 100% sichere Diagnose. Ein erfahrener Tierarzt kann anhand der Haltungs- und Fütterungsbedingungen, sowie durch Blutbild,
Abstrich und Röntgenuntersuchung eine Verdachtsdiagnose stellen. Am sichersten ist die Diagnosestellung durch eine endoskopische Untersuchung, während der die Organe und Luftsäcke vor Ort beurteilt und evtl. vorhandene Granulome (Pilzherde) entfernt oder direkt Medikamentös behandelt werden können. Wenn der Gesundheitszustand des Vogels eine Narkose zulässt, ist eine Endoskopie also der bevorzugte Diagnoseweg!

Behandlung:

Die Behandlung muss von einem vogelkundigen Tierarzt eingeleitet und überwacht werden!

Ein auf den Vogel abgestimmtes Antimykotikum (Pilzmittel) in Kombination mit einem Antibiotikum gegen eventuelle Sekundärinfektionen (Nebenerkrankungen) sollte anfangs Oral verabreicht werden. Unterstützend dazu ist es empfehlenswert mit einem Kaltluftvernebler eine Inhalationstherapie zu starten. Die Inhalation sollte täglich für 20 bis 30 min. laufen. Anfangs mit einem für die Inhalation geeigneten Desinfektionsmittel (F10®) und eventuell homöopathischen Mitteln zur Stärkung der Abwehrkräfte sowie gezieltem Schutz der Schleimhäute. (z.B. Mucosa comp.® und Echinacea comp.®).

Nach Abschluss der oralen Gabe können Antimykotika auch über die Inhalation in kurmäßigen Abständen verabreicht werden. Einmal an Aspergillose erkrankte Vögel sollten in der Heizperiode regelmäßig inhalieren, auch wenn der Ausbruch schon lange ausgestanden und eine Verabreichung von Medikamenten nicht mehr erforderlich ist. Durch z.B. Homöopathie unterstützte Inhalation kann die Gefahr eines erneuten Ausbruches einer Pilzinfektion stark gemindert werden.

Prognose:

Es ist leider in den überwiegenden Fällen nicht möglich die erkrankten Vögel vollständig zu Heilen. Oft kann nur die Pilzbelastung des Vogels stark verringert und die Symptome zum Erliegen gebracht werden. In sehr seltenen Fällen, wenn die Aspergillose früh genug erkannt wird, kann eine Heilung gelingen. Hierfür ist allerdings die Optimierung der Haltungs- und Fütterungsbedingungen Voraussetzung.

Vorbeugung:

1. Die Luftfeuchtigkeit kann durch einen Luftwäscher (z.B.Venta ®) erhöht werden. Sie sollte mindestens über 60% liegen, besser 70%. Zudem wird durch den Einsatz eines Luftwäschers die Keimbelastung in der Raumluft verringert.

2. Eine gute Lüftung (mind. 3x täglich für 30 min. Stoßlüften) vermindert ebenfalls die Luftbelastung erheblich.

3. Das Futter muss von guter Qualität sein, es darf nicht feucht oder muffig sein, auch sollten keine Farblichen Veränderungen oder gar Belege erkennbar sein.

4. Futter immer nur in kleinen Mengen kaufen, die in kurzem Zeitraum verfüttert werden. Nüsse grundsätzlich nur in Lebensmittelqualität und ohne Schale verfüttern. Futter das Erdnüsse mit Schale enthält sollte nicht gekauft werden.

5. Das angebotene Futter muss ausgewogen und dem Bedarf des Vogels angepasst sein. Zusätzliche Vitaminprodukte regelmäßig und in richtiger Menge über Trinkwasser oder Futter verabreichen.

Auch gesunde Vögel können von einer Inhalation nur Profitieren. Bei Inhalation (alle 2 Tage ca. 20 min.) mit NaCl (Kochsalzlösung) und eventuellen Zugaben von F10® werden die Schleimhäute des Atmungstraktes feucht gehalten (nur gesunde Schleimhäute können „Angriffe“ von Keimen und Bakterien standhalten) und die Keimbelastung wird reduziert.

Bilder Kommentare

  • DSC00087 Das sind ja zwei hübsche!
  • Bild081 Hihi, wenn der was "fallen" lässt dann siehst du aber grün ;)
  • Bild081 Ja ja der Jakob der alte Gesichtshocker...