Papageienarten Aras Rotbugara

Rotbugara

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Rotbugara / Ara severa severa
Englisch: Chestnut-fronted Macaw oder Severe Macaw
Französisch: Ara vert

Unterart : Ara severa castaneifrons

Der Rotbugara gehört zu der Gattung der eigentlichen Aras,
Familie „Eigentliche Papageien“ (Psittacide).

 

Aussehen und Merkmale

Deckgefieder dunkelgrün, blau gefärbte äußere Arm- und Handschwingen. Schwanzbasis grün mit blauen seitlichen Schwanzfedern. Arm, Hand und Schwanzfedern mit schwarzem Saum. Kräftig roter Flügelbug, rötliche Flügel- und Schwanzunterseiten. Weißes Gesicht mit  dunkelbrauner Streifenzeichnung. Bräunliches Gefieder an sowie über der Wachshaut und am Kinn.  Bei den in Freiheit lebenden Rotbugaras, vor allem in Peru, gibt es Schwärme, die einen leicht bläulichen Hinterkopf haben. Bei deutschen Nachzuchten ist dies jedoch selten zu sehen. Es gibt keine äußerlich erkennbaren Geschlechtsmerkmale.

 

Ara s. castaneifrons

 

Ara s. severa

 

Größe und Gewicht

  Länge Gewicht
Ara severa severa:  ca. 44 cm  ca. 320g - 360g
Ara severa castaneifrons: ca. 48 cm ca. 370g - 430g

Der Ara severa severa ist etwas kleiner und leichter, er hat eine rundlichere Gesichtsform. Beim Ara severa castaneifrons fällt eine härtere, kantige Gesichtsform auf.
In der Färbung des Gefieders gibt es hier keine Unterschiede.

Lebensraum

Die Ara severa leben im tropischen Tieflandregenwald, in Savannen, Sumpfgebieten, Sekundärwäldern, Rändern von Regenwäldern sowie auch in offenen Waldgebieten.
Sie sind sehr anpassungsfähig, leben in vielen verschiedenen Lebensraumtypen und erschließen auch immer noch neue.

Verbreitung

Venezuela, Französisch Guyana, Nordost-Brasilien, tropische Zone im Osten Panamas und östliches Peru.

 

Ernährung

Die Ernährung ist vielfältig. Sie gehen sehr verschwenderisch mit ihrem Futter um; es wird oft nur angebissen und dann weggeworfen, um das nächste Stück zu nehmen.
Das Futter besteht aus verschiedenen Sämereien, Früchten und gerne aus Nüssen.

Das Futter in Menschenobhut sollte aus:

20 % Körnermischung und/oder Pellets,
20 % Nüssen und
60 % Früchten und Gemüse bestehen.

Die Futtermenge muss so bemessen sein, dass die Vögel von allen Saaten fressen und nicht nur ihre Lieblingskörner herauspicken.

Ein Rotbugara mit einem durchschnittlichen Gewicht von 370 g sollte

20-30 g

Körner-Pelletmischung,

20 g

Nüsse, also Erd-, Zirbel-, Wal-, Palmnüsse, Cashewkerne, usw. (am besten immer zwei bis drei Sorten im Wechsel anbieten - harte Schalen ggf. anknacken)

sowie 60 g

Obst und Gemüse am Tag bekommen.

 

Die  Menge muss dem Gewicht und dem tatsächlichem Bedarf, abhängig von Bewegung und Jahreszeit sowie der Unterbringungsart angepasst werden.

Oft wird eine viel zu große Menge gegeben, was zu Mangelerscheinungen
führen kann, da die Vögel sich stark einseitig ernähren!

Mineralien können, wenn möglich, durch das Anbieten von Sepia und täglich 4-5 Blättern der Callisia repens Pflanze zugeführt werden.
Eine zusätzliche Gabe von Vitaminpräparaten ist bei einer ausgewogenen
Fütterung mit frischem Obst und Körnerfutter hoher Qualität in den meisten Fällen (bei ausgewachsenen, gesunden Tieren) mit einer Gabe 3x wöchentlich ausreichend.Es sollte jedoch auf die ausreichende Versorgung mit Aminosäuren und Mineralien geachtet werden.
Bitte bedenken Sie, dass auch eine Überversorgung mit Vitaminen zu Krankheiten führen kann! Im Zweifelsfall lassen sie sich von einem auf Vögel spezialisierten Tierarzt beraten.

Bei Zumischung von Präparaten zum Trinkwasser sollte der tatsächliche Wasserverbrauch beachtet werden (der auch je nach gefütterten Obst- und Gemüseanteilen variiert) und nicht die Größe des Wassergefäßes! 

 

Der Ara severa in Menschenobhut

Er kann sehr laut sein (es wurden teilweise 105 db(A) gemessen)!
Die wenigsten artgerecht gehaltenen Severas sind Dauerschreier, aber morgens und abends 5-10 Min. sind normal. Auch der Geräuschpegel des Umfeldes ist da maßgeblich. Dieses sollte unbedingt im Bezug auf Nachbarn bedacht werden.
Der Rotbugara ist ein sehr aktiver und verspielter Vogel, der von seinem Halter viel Beschäftigung erwartet. Auch Naturbruten werden im Normalfall sehr zutraulich

Er sollte auf keinen Fall ohne artgleichen Partner gehalten werden!  Es ist nicht zu empfehlen, ihn mit einem artfremden Partner zu vergesellschaften. Die fast pausenlose Entdeckungs- und Spiellust ist für einige andere Arten zu viel Stress und es würde mit großer Wahrscheinlichkeit einer der Vögel psychische Schäden (Schreien, Rupfen etc.) davon tragen. Zudem sind Rotbugaras auch gegenüber wesentlich größeren Vögeln mitunter sehr angriffslustig.

Der Ara severa fliegt sehr gerne und benötigt ausreichend Platz, um seine Flugkunststücke auszuleben. Er läuft aber auch genauso oft über den Boden oder klettert an Schrankwänden auf der Suche nach Spielmöglichkeiten. Sie baden  gerne, und eine angebotene Badeschale (ca. 40 cm Ø) wird oft lieber genutzt als eine Dusche mit der Blumenspritze.

Der Halter sollte viel Zeit haben und auch nicht zu empfindlich sein. Auch verpaarte Vögel erwarten von ihren Haltern Beschäf-tigung! 2 Std. täglich sollten Sie für ihre Vögel Zeit haben, um mit Ihnen zu spielen und sie zu trainieren. Es gibt heutzutage Literatur und auch Workshops, die über die verschiedene Möglichkeiten (Medical-, Klickertraining, etc.) informieren.

Verhalten

Die meisten Aras kämpfen gerne, sie liegen auf dem Rücken, strampeln mit den Füßen in der Luft oder klammern sich an die Hand des Menschen, um sich plötzlich herum zu werfen und an einer Kralle baumelnd  vor Freude zu quieken. Leider finden sie es auch herrlich, in die Finger oder Haut zu kneifen. Meist tun sie dies zwar vorsichtig, aber wenn der menschliche Spielgefährte etwas quietscht, macht es wohl noch mehr Spaß!
Von vielen Rotbugaras ist es bekannt, dass sie unter Decken oder auch Kleidung schlüpfen, um dann ein kleines Schläfchen bei ihrem Menschen zu halten.

 

Aggressivität

Wenn die Rotbugaras in die Geschlechtsreife kommen, wird der Hahn zum Beschützer! Er wird sein Revier und seine Henne verteidigen.
Vor allem Besucher sollten vorsichtig sein, aber auch der Halter wird während der Balz mal angegriffen werden; er kann noch so zahm und schmusig sein - gegen diesen natürlichen Schutzinstinkt kann er sich nicht wehren. Er wird in einem Moment den Halter angreifen, um ihn von seiner Dame und der Bruthöhle fernzuhalten, und 5 Minuten später kommt er zum Schmusen, als wenn nichts gewesen wäre. Seien Sie ihm nicht böse, es ist nun mal so in seiner Natur verankert.

Die Wahl des Standortes der Voliere sollte deshalb mit Bedacht getroffen werden. Die meisten Halter möchten natürlich nahe bei ihren Vögeln sein und trennen einen Teil des Wohnzimmers ab. Hier sollte beachtet werden, dass, wenn dort auch Besuch empfangen wird, die Vögel durch unaufhörliches lautes Geschrei versuchen könnten, den Eindringling aus ihrem Gebiet zu vertreiben. Auf keinen Fall ist es ratsam, die Vögel frei fliegen zu lassen, wenn nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, wie sie sich Fremden gegenüber verhalten. Ein wütender Ara greift an! Er wird vermutlich versuchen, den Eindringling von hinten anzufliegen, und mit Krallen und Schnabel zuschlagen. Dies ist aber ein ganz „normales“, natürliches Verhalten!

Ara severa sind Bruthöhlenschläfer und brauchen für ihr Wohlbefinden einen Schlafkasten oder eine Bruthöhle, und die sollten Sie ihnen bieten!

 

Zucht

Ara severas sind während der Brut und Aufzucht ihrer Jungen extrem aggressiv sowohl dem Menschen als auch anderen Vögeln gegenüber. Es ist aus diesem Grund eine Haltung mit anderen Vögeln in der gleichen Voliere nicht möglich. Ein Sichtschutz zu anderen Zuchtvolieren ist zu empfehlen. Die Zucht des Ara severa ist im Allgemeinen relativ unproblematisch. Er stellt keine besonderen oder außergewöhnlichen Ansprüche und ein harmonisches, gesundes Paar wird vermutlich im Alter zwischen 4 und 6 Jahren (es gab auch vereinzelt Vögel, die schon mit 3 Jahren erfolgreich aufgezogen haben) das erste Gelege haben.

Gelegegröße

3 – 4 Eier

Brutdauer

ca. 26 Tage

Nestlingszeit

ca. 90 Tage

Zeit bis zum Selbstständigwerden

4 bis 5 Monate

Ringgröße (Ø) BArtSchV Anl. 6

9,5 mm

Nistkastengröße

36 x 36 x 70 cm  (LxBxH)

Einschlupfloch

10 cm

Bitte beachten Sie: Es muss eine Zuchtgenehmigung beantragt werden!
Sie sollten sich unbedingt weitere Informationen über die gesetzlichen Bestimmungen sowie die Ernährung und Problematik der Zucht von Papageien einholen, bevor die Vögel das entsprechende Alter erreichen!

Autor: Birgit Mohr / 2009-07-09

Bilder Kommentare

  • DSC00087 Das sind ja zwei hübsche!
  • Bild081 Hihi, wenn der was "fallen" lässt dann siehst du aber grün ;)
  • Bild081 Ja ja der Jakob der alte Gesichtshocker...